Adventslichter 2021 Impressionen

Adventslichter 2021 Impressionen

Mit Advents- und Weihnachtsmusik Alter Kulturen und Jazz sorgten die „Adventslichter“ für eine Einstimmung auf das Weihnachtsfest!

Adventsmusik in der Christuskirche

Adventsmusik in der Christuskirche

Die Kantorei und das Duo Zia spielen am 19. Dezember Klassiker und Jazz. Die Vorbereitung auf das Konzert verlief allerdings ganz anders als gewöhnlich – und wurde sogar vom Land gefördert..

29. November 2021, NGZ Online

Es wird weihnachtlich in der Christuskirche: Denn für Sonntag, 19. Dezember, lädt die Christuskirchengemeinde zu einer adventlichen Abendmusik. Ab 17 Uhr intonieren die Kantorei und das Duo Zia traditionelle Advents- und Weihnachtsmusik aus verschiedenen Kulturen. Außerdem erklingt Jazz für Chor, Trompete und Orgel.

Auf das Konzert hat die Kantorei sich in besonderer Weise vorbereitet. Denn in der Corona-Pause kam der Kantorin Katja Ulges-Stein die Idee, mit den Chormitgliedern neben den gewöhnlichen Proben an einem Stimmbildungsworkshop teilzunehmen. Dafür wurde ein Projekt-Antrag im Rahmen des Förderprogramm „Neustart Amateurmusik“ gestellt: Aus mehr als 1000 Einsendungen wurde der Neusser Antrag zusammen mit 150 weiteren Projekten ausgewählt.

Zur Unterstützung lud die Kantorin zwei weibliche und zwei männliche Gesangssolisten ein, den Workshop zu leiten. Im August gab es den ersten Kurs. Geübt wurde mit Einzelstimmen, in Stimmgruppen und Quartetten. Anschließend übernahm einer der Solisten die Chorleitung.  „Ziel war es nunmehr, die Stimmgruppen aufeinander abzustimmen und somit für den Gesamtklang des Chores zu sensibilisieren“, berichtet Chormitglied Wilhelm Müller. Insgesamt wurde an jenem Tag fünf Stunden lang intensiv geprobt, eine Fortsetzung gab es bei einem zweiten Workshop im Oktober. Der wurde vor allen Dingen dazu genutzt, um sich auf das Adventskonzert in der Christuskirche vorzubereiten.

Wer das weihnachtliche Konzert besuchen möchte, kann sich nach den Gottesdiensten anmelden oder unter www.evangelisch-in-neuss.de.

Es gilt Maskenpflicht und die 2G-Regel. Der Eintritt ist frei.

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In Stimmbildungs-Workshops hat sich der Chor auf das adventliche Singen vorbereitet. Foto: Josef Thiel

Licht – Klang – Raum: „Ach, Mensch!“

Licht – Klang – Raum: „Ach, Mensch!“

Zu einem Konzertabend mit szenischer Lesung von drei Schauspielern des Rheinischen Landestheaters (RLT) hatte Katja Ulges-Stein, die Kantorin der evangelischen Christuskirche, eingeladen.

Von Hansgeorg Marzinkowski, 11.Oktober 2021, NGZ Online

„Ach, Mensch…“ war das Thema der vorwiegend musikalischen Beiträge. Schon die ersten Besucher überraschte ein in leicht getöntes Gelb erleuchteter Chorraum. Die Illumination wurde im Laufe des Abends vielfältig in wechselnden Farbschattierungen über den ganzen Kirchenraum projiziert. Lediglich das Kreuz über dem Altar blieb dunkel.

Der musikalische Beginn bot gleich anspruchsvollste Instrumentalmusik. Das „Duo Revivere“ aus Köln spielte die Flötensonate „Il pastor fido“ des Barockmeisters Nicolas Chedeville. Die hochinteressante Wiederbelebung war, dass Joaquín Sáez Belomonte den Flötenpart auf einem Sopransaxofon zelebrierte. Der Dozent für dieses Instrument an der Hochschule für Musik in Würzburg – nebenbei unterrichtet er auch an einer privaten Musikschule in Dormagen-Nievenheim – brauchte im vierten Satz einen langen Atem, um seine hohe Virtuosität auszuspielen.

Kongenial begleitete ihn Natalia Lentas am Cembalo. Das Duo machte auch das Oboen-„Concerto“ von Alessandro Marcello – wiederum ersetzte das Sopransaxofon die Oboe – zum spektakulären Klangbild wie auch die „Nymphen“ für Cembalo und Sopransaxofon der polnischen Komponistin Weronika Ratusinska, die einige Jahre bei Krzysztof Penderecki studiert hat.

Zeitgenössische Musik war auch der chorische Höhepunkt des Vokalensembles der evangelischen Christuskirchengemeinde. Das „Ubi caritas“ von 1999 des norwegischen Komponisten Ola Gjeilo war an Intimität nicht zu überbieten. Ausgedehnte Intermezzi spielte gekonnt Ida Kobelke am Flügel. Zuvor hatte das elfköpfige Vokalensemble unter der Leitung von Katja Ulges-Stein stilsicher Motetten von Rameau, Andreas Hammerschmidt, Knut Nysted und ein Klagelied nach Psalm 120 des Schweden Otto Olsson gesungen.

Der Raum der Christuskirche bot auch drei Protagonisten des RLT eine vollkommen neue Kulisse. Ulrich Rechenbach, Peter Waros und Carl-Ludwig Weinknecht gaben mit der szenischen Lesung von Slawomir Mrozeks „Auf hoher See“ ein Gastspiel des RLT. Auf hoher See gibt es kein Entrinnen. Einer der drei Männer auf einem Floß soll aufgefordert werden, zu sagen „Bedienen Sie sich!“, damit die beiden anderen überleben. Er soll aufgefressen werden. Die ganze Absurdität des durchaus vergnüglichen Einakters mit rabenschwarzem Humor liegt in der verlogenen Argumentation aller drei Herren: „Ach, Mensch…!“