Evensong 2022 am 25.06.

Evensong 2022 am 25.06.

Der Evensong, ein abendliches Stundengebet, ist ursprünglich in der anglikanischen Kirche beheimatet. Inzwischen ist er auch in der evangelischen und der katholischen Kirche verbreitet. Wichtigstes Element ist der gemeinsame Psalmengesang, weitere Bestandteile sind Chorlieder, Gemeindelieder sowie zwei Lobgesänge aus dem Neuen Testament, das Magnificat (Lobgesang Mariens) und  das Nunc Dimittis (Lied des greisen Simeon). Eine Lesung, Fürbitten und Momente der Stille gehören ebenfalls dazu.

Diese Gottesdienstform eignet sich in besonderer Weise, zur Ruhe zu kommen und den Tag in Gemeinschaft und im Vertrauen auf Gott ausklingen zu lassen.

Seit einigen Jahren findet in der Christuskirchengemeinde Neuss dieses Abendgebet nach der Tradition der anglikanischen Kirche statt.

Am Samstag, dem 25.06.20, um 18.00 Uhr laden wir herzlich zum Evensong in der Christuskirche ein.
 

Beim Betreten und Verlassen der Kirche gelten die bekannten Abstandsregeln. Wir bitten Sie, am Eingang die Hände zu desinfizieren und einen Mundschutz zu tragen.

Wann: Samstag, 06.06.2020, 18:00 Uhr,
Ev. Christuskirche Neuss, Breite Straße 121

Der Eintritt ist frei – wir bitten um eine Kollekte für die Kirchenmusik.

 

„Stabat Mater“ in der Christuskirche – eine Rezension

„Stabat Mater“ in der Christuskirche – eine Rezension

Das „Stabat mater“ erklang zur diesjährigen Karfreitagsmusik in der Christuskirche in einer Fassung für Soli, vierstimmigen Chor und Saxophonquartett. So war der Abend – eine Rezension.

Von Hansgeorg Marzinkowski, 16. April 2022, NGZ / RP Online

Viele Neusser waren am späten Freitagnachmittag in der Christuskirche, als es dort nach zwei Jahren Pause wieder eine Karfreitagsmusik gab. Hauptschiff, Galerien und Orgelempore waren sehr gut besucht. Mit dem „Stabat mater“ von Giovanni Battista Pergolesi wurde in der Passionsmusik am Karfreitag <https://rp-online.de/thema/karfreitag/>  eine der berühmtesten Vertonungen dieses aus dem 13. Jahrhundert stammenden Gedichtes über die trauernde Maria am Kreuz aufgeführt.

Pergolesi komponierte das Werk im Jahr 1736 wenige Wochen vor seinem Tod, als er mit nur 26 Jahren an Tuberkulose <https://rp-online.de/thema/tuberkulose/>  verstarb. Er schrieb im neu aufkommenden sogenannten „galanten Stil“, der ihn bereits mit seinen Opern rauschende Erfolge in ganz Europa feiern ließ. Auch sein bekanntestes geistliches Werk, das „Stabat mater“, fand rasche Verbreitung.

Bereits Johann Sebastian Bach <https://rp-online.de/thema/johann-sebastian-bach/>  nutzte Pergolesis Musik für seine Kantate „Tröste, Höchster, meine Sünden“ (BWV 1083). Zahlreiche Bearbeitungen sind Garant für die Beliebtheit, bis hin zu Otto Nicolai, der 1843 die „Wiener Fassung“ revidierte, die Pergolesi mit vierstimmigem Chor und großem Orchester erweiterte. Christuskirchenkantorin Katja Ulges-Stein leitete eine Fassung, die neben den Solostimmen Sopran und Alt auch den vierstimmigen Chor einsetzte. Und weil sie die Streicherstimmen zur Orgel mit dem Fukio-Saxophonquartett ersetzte, gab es geradezu eine „Neusser Fassung“.

Lena Jaekel (Sopran) und Johanna Killewald (Alt) sangen das Grave des ersten Duettes – „Christi Mutter stand mit Schmerzen bei dem Kreuz und weint von Herzen“ – so, wie es den Schweizer Philosophen und Schriftsteller (1712 – 1778) schwärmen ließ: „Das Intimste, was je ein Komponist geschrieben hat.“ Jaekels starker Sopran führte auch die weiteren Arien mit betörender Schwerelosigkeit, Killewalds Alt war besonders in den Höhen konstant, in reizvollem Kontrast zum dunkel gefärbten Timbre. Das hätte womöglich auch überzeugte Atheisten auf die Knie sinken lassen.

Die Kantorei der evangelischen Christuskirche war sicherer Chor, der das „Stabat mater“ besonders in den Allegro-Teilen heraushob. Und das Fukio-Saxophonquartett hatte schon wenige Tage zuvor bei Bachs „Johannespassion“ in der Quirinusbasilika begeistert. Für diese gelungene Leistung am Karfreitag 2022 gab es keinen Beifall, denn die Liturgin, Pfarrerin Kathrin Jabs-Wohlgemuth, hatte schon zu Beginn gebeten: „Lasst uns diesen Karfreitag bei leidvoller Musik in aller Stille verlassen und am Ende nicht applaudieren.“

2. Chor-Workshop 2021

2. Chor-Workshop 2021

Die Musik ist die beste Gottesgabe. Durch sie werden viele und große Anfechtungen verjagt.
Musik ist der beste Trost für einen verstörten Menschen, auch wenn er nur ein wenig zu
singen vermag. Sie ist die Lehrmeisterin, die die Leute gelinder, sanftmütiger und vernünftiger
macht.

Martin Luther

Als Kantorei machen wir Musik mit unserer Stimme. Sie ist ein Instrument, dem unglaublich viele Facetten von Tönen und Lauten entlockt werden können. Unsere Stimme ist Ausdruck und Spiegelbild unserer Seele. Wir trainieren unseren Geist in Schule und Beruf. Wir trainieren unseren Körper durch Sport und Bewegung jeglicher Art. Wie sieht es aber mit unserer Stimme aus?

Als Kantorei proben wir wöchentlich für Gottesdienste und kleinere und größere Chorwerke. Um noch besser in unserem Klangbild zu werden hatte unsere Chorleiterin Katja Ulges-Stein die Pandemie-Zwangspause für eine Umfrage bei den Chormitgliedern genutzt. Unter anderem war die Frage, wer sich an einem Stimmbildungsworkshop beteiligen würde. Etwa 25 Chormitglieder antworteten positiv.

Gemeinsam mit einigen Chormitgliedern gelang es, einen Projekt-Antrag im Rahmen des Förderprogramms „Neustart Amateurmusik“ zu stellen, der unter den über 1.000 Einsendungen mit 150 weiteren Projekten ausgewählt wurde. Mit gewohnter Gründlichkeit engagierte die Chorleiterin zwei weibliche und zwei männliche Gesangssolisten für den Workshop. Geübt wurde mit Einzelstimmen, in Stimmgruppen und Quartetten. Parallel zu den Übungen probte Katja Ulges-Stein mit den gerade freien Chormitgliedern an Stücken für die Gottesdienstgestaltung. Nach einer etwa dreistündigen Übungssequenz endete der erste Teil des Workshops.

Im Anschluss einer Mittagspause übernahm einer der Solisten die Chorleitung. Ziel war es nunmehr die Stimmgruppen aufeinander abzustimmen und somit für den Gesamtklang des Chores zu sensibilisieren. Gegen 16.00 Uhr endete das intensive ca. fünfstündige Miteinander.

Aus meiner Sicht, als Chormitglied, hat der Tag eine Reihe von Einblicken und Erkenntnissen gebracht. Dies betrifft die Atemtechnik, den Klang meiner Stimme sowie auf andere Stimmen zu hören und sich in den Gesamtklang des Chores einzufügen. Ich denke, es ist vielen Chormitgliedern genauso oder ähnlich gegangen. Der Tag war ein Erlebnis und Erfolg. Er ist Ansporn in diesem Sinne weiterzumachen.

Katja Ulges-Stein hat bereits für eine Stabilisierung des bereits Erreichten vorgesorgt und den nächsten Workshop für den 2.10.21 terminiert. Dann werden die Vorbereitungen für die Adventslichter“, am 19. Dezember 2021 um 17 Uhr in der Christuskirche im Mittelpunkt stehen.

Wilhelm Müller
1. Chor-Workshop 2021

1. Chor-Workshop 2021

 

Hier finden Sie einige Impressionen von unserem ersten Stimmbildungs-Workshop im August 2021. 

 

Josef Thiel, Fotos
Marius Bornfleth, Aufnahme und Schnitt

Neustart Amateurmusik

Neustart Amateurmusik

Das Förderprogramm der Bundesregierung für die Kultur erreicht die Aktiven in der Kirchenmusik: die Kantorei der Evangelischen Christuskirchengemeinde gehört mit zu den Ausgewählten. Das Motto des Förderantrags der Kantorei lautet: „Singen und klingen – gemeinsam und frei“. Damit gehört die Kantorei zu den 30 von insgesamt 155 Projekten, die die Fachjury des Bundesmusikverbands für die Förderung ausgewählt hat. Herzlichen Glückwusch!

Über die weiteren Schritte und Maßnahmen der Projektförderung werden wir zeitnah berichten.

 

 

Ostern 2020

Ostern 2020

 

Zum Ostersonntag ist ein aufwendiges Chorprojekt entstanden: Sänger*innen aus der Reformations,- und Christuskirchengemeinde wurden mit dem Lied „Der schöne Ostertag“ einzeln aufgenommen und haben dem Motto „…kommt ins Helle“ Ausdruck verliehen.

Das festliche Lied aus dem 17. Jh. ist mit unterschiedlichen Texten auch in anderen Ländern Europas und als Osterlied vor allem in England sehr bekannt. Die schwungvolle Melodie bricht besonders mit dem viermaligen, immer höher erklingenden “erstanden” am Ende in einen wahren Osterjubel aus.

Mitglieder der Chöre der Reformations,- und Christuskirchengemeinde

Katja Ulges-Stein, Orgel

Marius Bornfleth, Aufnahme und Schnitt